Berufliche Orientierung

Vom Suchen und Finden der eigenen Berufung

15. Januar 2021

„Berufung“ ist ein großes Wort und wird auch gerne mit einer einzelnen Tätigkeit gleichgesetzt. In meinen Augen ist die Berufung aber vielmehr eine Anzahl von Fähigkeiten und Vorlieben, die sich dann in einer Tätigkeit äußern. Das heißt, dass jeder Mensch eine Berufung hat und verschiedene Jobs/Tätigkeiten dafür in Frage kommen diese zu erfüllen. Diese Tätigkeiten können sich im Laufe des Lebens auch ändern und trotzdem Teil der Berufung sein.

Diese Berufung zu finden, ist aber nicht unbedingt so leicht. Wenn man sich einmal umschaut, verbringen viele Menschen ihren Berufsalltag in einer Tätigkeit, die sie nicht erfüllt und sehnen sich nach etwas, dass Spaß und Sinn macht und dennoch genug Geld zum Leben einbringt.

Wenn man sich dann aktiv auf den Weg macht seine Berufung zu finden, stellt man schnell fest, dass diese Suche ein Prozess ist, der nicht immer ganz geradlinig verläuft und man trifft durchaus auf einige Stolpersteine. Wie dieser Prozess in der Regel aussieht, beschreibt Dr. Petra Bock in ihrem Buch „Die Kunst seine Berufung zu finden“ in den drei folgenden Schritten: Suchen, Finden und Anfangen. Diese drei Schritte beobachte ich ebenfalls in meinen Coachings.

Suchen

Der Anstoß, um sich auf die Suche zu begeben, erfolgt meistens aus einer inneren Krise heraus, zum Beispiel wenn der Leidensdruck in der aktuellen Jobsituation besonders hoch ist. Um seine Berufung zu finden, ist es wesentlich sich selbst sehr gut zu kennen und gegebenenfalls erstmal kennen zu lernen. Dabei lohnt sich auch immer der Blick auf die eigene Kindheit: 

„Wer seine Berufung finden möchte, sollte wissen, was sein Herz schon früh hat höher schlagen lassen und wo die eigenen Talente schlummern.“

Dr. Petra Bock

Denn die Zeichen der eigenen Berufung lassen sich unter Umständen schon früh wahrnehmen.

Fragen wie: „Was habe ich als Kind schon gerne gemacht? Wo lagen meine Interessen in der Kindheit?“ können eventuell schon etwas Licht ins Dunkle bringen.

Zudem, ist der Blick auf die eigenen Werte und auch Stärken essentiell sowie die Frage nach den eigenen Träumen und Wünschen.

All diese Komponenten gilt es zu kennen, um sie am Ende des Prozesses zu einem Bild zusammen zu fügen.

Finden

Nachdem man im ersten Schritt des Prozesses aktiv analysiert hat und sich selbst besser kennenlernen konnte, geht es im nächsten Schritt um das bewusste Loslassen:

„Was wir in der ersten Phase vorbereitet haben, arbeitet jetzt im Verborgenen weiter, wenn wir es gar nicht merken. Das Unterbewusste verarbeitet die Informationen, spielt mit ihnen und bereitet die Inspiration vor, den Moment der Eingebung, in dem sich Verstand und Unterbewusstes verbinden und man die Frage auf die Antwort erhält, die man sich ursprünglich gestellt hat.“

Dr. Petra Bock

Der Schlüssel zum Finden der eigenen Berufung liegt also darin Loszulassen und dennoch offen zu sein für das, was einem auf dem Weg begegnet. Man hört auf aktiv zu suchen, öffnet sich für das Finden, traut seiner Intuition und lässt sich inspirieren.

Das bedeutet, dass wir uns den Freiraum gönnen müssen die Erfahrung des Loslassens zu machen und einfach nichts zu tun. Dazu gehört Langeweile aushalten, Einsamkeit suchen und die Seele baumeln zu lassen. Nach einem Prozess der aktiven Suche ist das Loslassen eine der besten Strategien, um Ideen und Gedanken kommen zu lassen.

Und wenn sie endlich da, heißt es…

Anfangen

Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Diese Phase ist gekennzeichnet von Planung und Strategien, denn nun geht es ans ‚Machen‘. Wir kommen raus aus dem Träumen und rein ins Tun. Dieser Weg ist so individuell wie du auch. Es kommt natürlich ganz darauf an, wo du hinmöchtest und wo du dich siehst. Mit meinen Klienten beginne ich diese Phase immer mit einem groben Fahrplan und der Definition von Teilzielen und -schritten, um dann peu à peu in die Planung des neuen beruflichen Lebens zu gehen.

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