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Warum es sich lohnt seine Stärken zu stärken

24. Mai 2021
Stärken stärken

Genau wie deine Werte, bilden deine Stärken einen Großteil des inneren Grundgerüsts, das dich ausmacht. Seine persönlichen Stärken zu kennen und mit ihnen zu arbeiten, kann einen entscheidenden Faktor bei der Karriereplanung darstellen. Auch darüber hinaus, sind es deine Stärken, die es sich lohnt auszubauen und zu fördern. Entgegen dem Glauben, dass es effektiv ist an seinen Schwächen zu arbeiten, um sich zu weiter zu entwickeln, gibt es zahlreiche Studien, die das Gegenteil belegen. Eigentlich macht es ja auch Sinn, wenn man mal einen Blick in den Sport wirft: Ein Schwimmer, würde auch nicht eine andere Sportart trainieren, um sich zu entwickeln, sondern fokussiert sich auf seine Stärke – sein Talent.

Unsere Kultur schaut vermehrt auf vermeintliche Schwächen

Das gängige Verständnis in unserem Kulturkreis ist, dass jeder alles erreichen kann, wenn man nur hart genug arbeitet.

Leider ist unser gesamtes Schulsystem darauf aufgebaut unsere vermeintlichen Schwächen auszubügeln. So habe ich für meine Abiprüfungen, fast ausschließlich für die naturwissenschaftlichen Fächer gelernt, aber die Fächer, in denen ich hervorragende Leistungen hätte bringen können wie Deutsch und Englisch habe ich vollkommen außer Acht gelassen und so hatte ich insgesamt eine sehr durchschnittliche 2,6. Ich sage nicht, dass ich es anders machen sollen, weil eine 5 in Mathe mich auch nicht weitergebracht hätte, ich wollte nur an diesem Beispiel verdeutlichen von welcher Art des Lernens und Entwickelns wir geprägt sind.  

In der Arbeitswelt führt es sich fort. Als ich vor ungefähr 6 Jahren angefangen habe zu arbeiten, wurde mir das erste Mal das Konzept eines „Personal Development Plan“ vorgestellt und ich sollte mich damit auseinandersetzen, wohin ich mich entwickeln möchte. Meine damalige Vorgesetzte machte den Vorschlag, dass ich da ansetze, wo ich nicht sehr stark bin: Durchsetzungsvermögen – mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und auch Konflikte initiieren, wenn nötig. Im Enddefekt wollte sie, dass ich ihre Stärken zu meinen mache, weil man das im Arbeitsleben ja braucht, wenn man erfolgreich sein möchte. Nur leider entspricht mir das überhaupt nicht und ich weiß, dass ich niemals authentisch lernen werde mit der Faust auf den Tisch zu hauen, um einen Konflikt zu lösen. Ich löse Konflikte schon immer anders.

Dieser Ansatz basiert auf der Annahme, dass jeder Mensch auf dem gleichen Weg zum Ziel kommt.

Nur deine Stärken bringen dich zum Erfolg

Es sind aber deine Stärken, die dich einzigartig machen und dich auch über dich hinauswachsen lassen können. Wenn man an dem arbeitet, was einem sowieso schon gut liegt, ist der Weg geebnet herausragende Erfolge zu feiern, ob nun privat oder beruflich. Wenn man daran arbeitet, was einem gut liegt, hat man zum einen mehr Spaß daran, aber man ist auch beständiger in dem Prozess:

People who know their talents and have the opportunity to use them at work are six times as likely to be engaged in their jobs.

People who know their talents and have the opportunity to use them at work are more than three times as likely to report having an excellent quality of life.

Gallup Strength

Was sind eigentlich Stärken?

Genau genommen redet man eher von Talenten oder Talentschwerpunkten, wenn man gängig über Stärken spricht. Gallup zufolge setzen sich deine Talente aus deinen natürlichen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen zusammen.

Eine Stärke hingegen ist ein Talent, in das bereits investiert wurde und zu einer Stärke ausgebaut wurde. So kann dein Talent in der Kommunikation liegen und dieses kann auf unterschiedliche Weise ausgebaut werden, in dem du beispielsweise in deine Präsentationsfähigkeit investierst.

Wie finde ich heraus, was meine Stärken sind?

„Most people think they know what they are good at. They are usually wrong. …And yet, a person can only perform from strength.“

Peter Drucker (Business Guru)

Seine persönlichen Talente und Stärken herauszufinden kann eine Herausforderung sein aus dem einfachen Grund, dass man sie nicht als besonders empfindet. Wenn einem etwas sehr leicht fällt, geht man oft davon aus, dass es allen leicht fällt. Ich habe ein paar Fragen zusammen gestellt, mit denen du einen ersten Anhaltspunkt zu deinen Talenten bekommen kannst:

•    Wo bist Du erfolgreich? Was fällt Dir leicht?

•    Bei welchen Tätigkeiten vergisst Du die Zeit?

•    Bei was fällt es Dir leicht, Dich zu fokussieren und ganz in der Aufgabe aufzugehen?

•    Bei welchen Tätigkeiten bist Du voller Energie?

•    Auf was freust Du Dich schon, wenn Du an die nächste Woche denkst?

•    Welche Aufgaben haben Dir in der vergangenen Woche Freude bereitet?

•    Wofür wirst Du von anderen Menschen bewundert oder gelobt?

•    Was hat Dich in der Schule/im Studium besonders interessiert?

•    Wo bist Du stärker als andere? Was tust Du am liebsten?

•    Welche Hobbies/Interessen hast Du?

•    Welche Herausforderungen hast Du schon bewältigt?

•    Was trauen Dir andere Menschen zu?

Zudem gibt es zahlreiche Charakterstärkentests. Der wohl bekannteste ist der Test von Gallup, der dir je nach Umfang des Pakets deine Top 5 oder sogar alle von ihnen definierten 36 Talentschwerpunkte gewichtet: https://www.gallup.com/de/gallup-deutschland.aspx

Eine kostenlose Alternative findet man unter https://www.charakterstaerken.org/.

Hat man erstmal eine Idee, welche Talente man in sich trägt, fällt es einem natürlich leichter den Fokus darauf zu richten.

Wie gehe ich mit meinen Schwächen um?

Jetzt habe ich viel über Talente und Stärken gesprochen und wenig darüber wie man eigentlich mit seinen vermeintlichen Schwächen oder weniger ausgeprägten Talenten umgehen sollte. Auch wenn der Fokus auf den Stärken liegt, heißt das nicht, dass man seine Schwächen ganz außer Acht lassen sollte. Das liegt tatsächlich auch nicht in unserer Natur.

Aber wie verstehen wir das Wort Schwächen? In einer auf Stärken basierenden Herangehensweise, spricht man von Schwächen als eine Unzulänglichkeit in bestimmten Fähigkeiten, die ein Problem für dich oder andere darstellt. Das bedeutet, nur wenn dich etwas einschränkt, lohnt es sich auch daran zu arbeiten. Ich nutze gerne das Beispiel des Kopfrechnens. Ich kann unglaublich schlecht Kopfrechnen, aber statt mich damit auseinander zu setzen und das zu üben, nehme ich im Alltag einfach einen Taschenrechner. Es geht also eher darum seine Schwächen zu „managen“ statt sie zu eliminieren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich lohnt seine Talente wahr- und ernst zu nehmen und wenn man an etwas arbeiten möchte, dann bevorzugt an den Dingen, die einem leicht fallen. Da liegt deine wahre Kompetenz und die Möglichkeit herausragende Leistungen zu bringen.

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