Planung & Umsetzung

Wie plane ich meine Karriere?

16. April 2021

Ich spreche in meinen Posts oft vom Suchen und Finden der eigenen Berufung. Aber was, wenn ich meine Berufung gefunden habe? Oder zumindest denke sie gefunden zu haben? Wie mache dann weiter?

Dann geht es in die nächste Phase: die Planung.

Die eigene Karriereplanung ist ein sehr individueller Prozess, aber allgemein kann man sagen, dass eine gute innere Planung essentiell ist, denn sie hilft langfristig deine Träume zu verfolgen.

Ich habe beispielsweise in der Vergangenheit für mein persönliches Wohlbefinden immer viel zu groß geträumt, ohne einen Plan zu haben, der mich widerspiegelt. Ich habe mich von inspirierenden Podcasts, Videos und Blogposts leiten lassen und gedacht, je größer, desto besser. Wie ich bereits in meinem Post zum inneren Team geschrieben habe, ist es aber sehr wichtig, dass alle inneren Anteile mit an Bord sind, wenn es um Veränderungen geht. Heute weiß ich, dass für mich persönlich radikale Veränderungen nichts sind. Wenn ich zu hoch ansetze, dann träume und träume ich und mache wenig bis gar nichts für diesen Traum, weil mich die Angst vor der Veränderung beziehungsweise vor dem Scheitern lähmt.

Aber egal, ob du nach drastischen Veränderungen suchst, deine Karriere erst beginnst oder innerhalb deiner bestehenden Karriere einige Veränderungen vornehmen möchtest, eine gute Planung kann dir helfen, dich langfristig zu motivierenden und peu à peu aus deiner Komfortzone zu kommen.

Mache kleine Schritte

Natürlich ist es wichtig eine Vision zu haben, ein übergeordnetes Ziel, das einen breit grinsen lässt, wenn man daran denkt. Um dahin zu kommen, sollte dies aber in erster Linie runtergebrochen werden in kleinere Teilziele. Diese Ziele sollten realistisch sein und eventuell sogar noch innerhalb deiner Komfortzone liegen. Wir wollen ja irgendwo anfangen, oder?

Ich mache mit meinen Coaching Klienten sehr gerne die Übung, bei der sie auf einem Blatt Papier eine Insel (quasi das Paradies) einzeichnen, und dann überlegen welche Inseln sie auf dem Weg dahin mit ihrem imaginären Boot ansteuern müssen. Dabei ist es auch wichtig die Schritte, die es braucht, um zu jeder Insel zu gelangen zu notieren.

Diese Teilziele sollten genauso ernst genommen werden, wie das große Ganze und ebenfalls Highlights beinhalten, die dich strahlen lassen. Ganz nach dem Motto, der Weg ist das Ziel! Du wirst niemals ankommen, wenn dir der Weg nicht gefällt.

Baue Experimente ein

Bevor man sich auf den Weg macht, macht es auch immer Sinn seine Ziele (und Teilziele) zu testen. Manchmal begleiten uns sehr romantische Vorstellungen und werden zu Träumen, die sich in unseren Köpfen festsetzen. Es lohnt sich aber bestimmte Träume oder vermeintliche Berufungen vorher zu testen, bevor man sie mit Herz und Blut verfolgt. So würde ich empfehlen, erstmal zu testen, ob man sich in der Gastronomie wohl fühlt, bevor man eine Strandbar auf Tahiti kauft. Das ist jetzt natürlich ein sehr radikales Beispiel, aber mein Punkt ist, egal wovon man träumt, fange jetzt mit einem Experiment in die Richtung an.

Bevor ich mich als Coach nebenberuflich selbstständig gemacht habe, habe ich schon viele Coaching Klienten im Zuge meiner Ausbildung betreut – im kleinen Rahmen und umsonst für Freunde von Freunden. Bevor ich überhaupt die Ausbildung zum Coach gemacht habe, habe ich mich damit auseinandergesetzt, was ein Coach genau macht und ich habe selbst ein Coaching gebucht, um zu schauen, ob mir diese Art der Arbeit liegen könnte. Denn manches kann man erst einschätzen, wenn man es erfahren hat.

Befreie dich vom Entweder-oder-Denken

Entweder ich verfolge meine jetzige Karriere oder ich mache etwas komplett anderes – diesen Satz habe ich in verschiedenen Ausführungen schon diverse Male während meiner Coachings gehört und auch ich selbst, habe ihn in meinem Leben mehr als einmal gedacht. Wir haben die Tendenz in Entweder-oder, statt in Sowohl-als-auch-Kategorien zu denken, wie in der Analyse kognitiver Verzerrungen von Prof. Aaron Beck beschrieben ist. Demnach neigen wir, besonders in emotional schwierigen Situationen, zu polarisierten Denken (Beck et al., 1979).

Dies mag an manchmal Stellen auch richtig sein, aber oft lohnt es sich auch aus diesem Denken auszubrechen und einen weiteren Weg zu finden. Ansonsten laufen wir Gefahr uns selbst zu blockieren oder aber auch zu hohe Risiken einzugehen. Also stellt euch einmal die Frage, wie der Mittelweg aussehen könnte.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Anstoß für die Planung deiner weiteren Karriereschritte geben. Manchmal ist es einfacher klein anzufangen als zu groß zu denken.   

*Beck, A.T., Rush, J., Shaw, B.F., & Emery, G. (1979). Cognitive Therapy of Depression. The Guilford Press.

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