Eigene Ressourcen

Die inneren Antreiber und wie du sie für dich nutzen kannst

7. Mai 2021
Die inneren Antreiber

Sei stark! Beeil dich! Das ist nicht gut genug! – kommen dir diese inneren Stimmen bekannt vor? Man nennt sie auch innere Antreiber und sie äußern sich gerne in Stresssituationen oder auch sogenannten Reizmomenten. Diese Momente können in jeder Situation, jeden Tag auftreten – ob nun privat oder im Job.

Das Konzept der fünf inneren Antreiber stammt aus der Transaktionsanalyse und wurde von Taibi Kahler entwickelt. Es besagt, dass du unter bestimmten Umständen immer in dieselben Verhaltens- und Denkmuster verfällst, die durch einen oder mehrere der 5 Antreiber ausgelöst werden und sich negativ auswirken können.

Was sind die 5 inneren Antreiber?  

Streng dich an!

Mach schnell!

Mach es jedem recht!

Sei stark!

Sei perfekt!

Hinter jedem Antreiber stehen auch immer innere Glaubenssätze, die damit assoziiert werden können. Anbei einige Beispiele:

Streng dich an: Ich muss mich immer anstrengen, egal wobei. Das Leben ist hart. Ohne Fleiß, keinen Preis.

Mach schnell: Ich muss schnell sein, sonst werde ich nicht fertig. Ich habe für nichts Zeit.

Mach es jedem recht: Ich bin dann wertvoll, wenn alle mit mir zufrieden sind. Wenn ich nein sage, werde ich abgelehnt.

Sei stark: Niemand darf merken, dass ich Schwächen habe, empfindlich bin oder keine Ahnung habe. Gefühle zeigt man nicht, denn sie sind ein Zeichen von Schwäche und machen mich verletzbar. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

Sei perfekt: Ich muss alles noch besser machen, es ist nie gut genug.

Natürlich kann man auch einen Test machen, um seine inneren Antreiber herauszufinden, aber in der Regel weiß man an diesem Punkt bereits, welche Antreiber bei einem selbst vorherrschend sind. Ich persönlich finde mich stark bei „Mach schnell“ und „Sei perfekt“ wieder. Man kann sich vorstellen, was das für einen inneren Druck auslöst, wenn man schnell sein soll und es auch noch perfekt machen will. Und das ist genau, was diese Antreiber in einem auslösen können: Druck und noch mehr Stress!

Wie kann ich die Antreiber für mich nutzen?

Die Antreiber sind aber nicht unbedingt negativ zu betrachten. Entscheidend ist wie wir mit ihnen umgehen, denn sie heißen nicht umsonst Antreiber. Sie treiben uns an und geben uns die intrinsische Motivation unsere To Dos, Ziele und Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mein Antreiber „Mach schnell“ macht mir sehr gerne Stress und lässt mich auch gerne ungeduldig mit mir selbst und anderen sein, aber vorrangig bringt er mich dazu, schnell zu arbeiten und schnell Dinge umzusetzen. Wenn dann noch der Antreiber „Sei perfekt“ hinzu kommt, kann es mit dem gewissen Maß sogar richtig gut werden. Die Kunst liegt darin innerhalb des hohen Anspruchs auch Fehler zuzulassen. Manchmal genügen eben auch mal 90%.

Wenn dich der Antreiber „Streng dich an“ umtreibt, dann ist es hilfreich sich zu sagen, dass man auch etwas mit Gelassenheit tun und vollenden darf.

Wenn man es immer allen recht machen möchte, dann ist es wichtig sich selbst zu sagen, dass man seine eigenen Bedürfnisse und Standpunkte ernst nehmen darf und es auch mal okay ist, wenn jemand unzufrieden mit einem ist. Man muss es ja auch sich selbst recht machen.

Wenn man vor allem Stärke zeigen möchte, ist es wichtig zu wissen, dass man sich auch Hilfe holen und sie auch annehmen darf. Gefühle zu zeigen ist erlaubt und ein Zeichen von Stärke.

Manchmal reicht es schon zu erkennen, welche Antreiber gerade für bestimmte Gefühle oder Handlungen verantwortlich sind, um zu schmunzeln, eine kurze Pause zu machen und sich dann wieder darauf zu besinnen, dass es okay ist, wenn man nicht immer schnell, stark oder perfekt ist, nicht jeder mit einem zufrieden sein wird und man sich auch mal nicht 100%ig angestrengt hat. Es ist die Sichtweise, die zählt und aus der Situation holt.

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar